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Bernhard Osterwind, Vorsitzender der BmU e.V. am 03.01.2010
BmU wehrt sich: CDU verbreitet
Unwahrheit
Die CDU-Erkrath hat am 31.12.2009 eine umfassende Polemik gegen den
Kämmerer der Stadt und die Fraktionen SPD, BmU, Bündnis90/Die
Grünen veröffentlicht, die man nicht unkorrigiert stehen lassen kann.
Hintergrund ist, dass auch 2010 die laufenden
Auslagen des Haushaltes nicht gedeckt sind und nicht mehr durch
Rücklagenentnahmen aufgefangen werden können. Unter Berücksichtigung der
Gesetzgebung sind die Auslagen über weite Aufgabenfelder hinweg kaum zu
reduzieren. Eher erhöhen sie sich, was zwangsweise in die
„Haushaltssicherung“ führt. Das Nähere ergibt sich aus § 76 GO NRW.
Stattdessen soll durch ein "freiwilliges"
Haushaltssicherungskonzept (HSK) die Basis für sinnvolle
Haushaltsausgleichsbemühungen geschaffen und ein erzwungenes „Sparen um
jeden Preis“ mit negativen Folgen für Aufgabenerfüllung und
Infrastruktur vermieden werden.
Der Rat der Stadt Erkrath hat also am 22.04.2009 die Verwaltung
beauftragt, mit dem Entwurf des Haushaltsplanes 2010 auf freiwilliger
Basis ein Haushaltssicherungskonzept vorzubereiten und als Entwurf
vorzulegen. Dies wurde mit den Stimmen der CDU so beschlossen!
Diesem Auftrag auch der CDU (!) ist der Kämmerer der Stadt nun im
Dezember 2010 nachgekommen und er hat eine Einsparliste vorgelegt,
welche sich wesentlich aus der Verschiebung von Sanierungsmaßnahmen im
Schulbereich zusammensetzt.
Was macht die CDU-Erkrath daraus? In ihrer Stellungnahme am 31.12.09
drischt die CDU auf Kämmerer sowie SPD, BmU, Grünen
herum und klebt ihnen das Etikett "bodenlose Frechheit" an.
Die CDU verbreitet die Unwahrheit, wenn sie in dieser Pressemitteilung
behauptet, diese Liste sei auch ein Vorschlag von SPD, BmU und
Grünen.
SPD, BmU, Grüne haben zu dieser Liste der Tränen bisher
keinerlei Stellung genommen und sie über die
Weihnachtsfeiertage höchstens im Herzen erwogen aber sicher noch nicht
einmal beraten.
Für die BmU mahne ich eine Diskussion und einen Diskussionsstil
an, die dem Ernst der Lage gerecht wird.
Nach dieser Pressemitteilung, die eine Totalentgleisung seiner Partei
darstellt, ist Bürgermeister Arno Werner als Behördenleiter gefragt.
Ist die Vorschlagsliste des Kämmerers nun nur dessen Meinung als
Beigeordneter oder ist das ein Diskussionsbeitrag der Verwaltungsspitze
mit Bürgermeister Werner an der Spitze?
Vor jedem weiteren Wort gehört diese Frage geklärt.
Im übrigen sind die Gebührenerhöhungen gegen Ende des Jahres 2009 zum
einen Ergebnis des Monitums der Gemeindeprüfungsanstalt und gehen zum
anderen auf Vorschläge der Stadtverwaltung mit BM Werner (CDU) an der
Spitze zurück. Fast alle diese Vorschläge wurden nur in abgemilderter
Form von der Mehrheit aus SPD, BmU und Grünen beschlossen. Die
Zahlen gehen auf Kosten zurück, welche die CDU geführte Mehrheit in den
letzten 10 Jahren durch ihre politischen Beschlüsse verursacht hat.
Diese Gebühren (z.B. Friedhofsgebühr) zu Lasten der kommenden Generation
weiterhin zu subventionieren, wäre rechtswidrig und würde die
Abwärtsspirale unserer Stadt weiter beschleunigen.
Wir werden auch für die Gebührenhaushalte ein nachhaltiges Konzept in
Auftrag geben, welches Erkrath wieder zu einer angemessenen Gebührenhöhe
zurückführt.
Als Besinnungsimpuls empfehle ich der CDU mal darüber nachzudenken,
warum denn nach 10-jähriger CDU-Herrschaft die Sanierungsliste aus dem
Schulbereich so lang ist? SPD, BmU und Grüne haben die
CDU-Herrschaft im Oktober 2009 abgelöst. Der Kassensturz heute ist das
Ergebnis der Zahlen der Vergangenheit. Wir versuchen mit allen Kräften
guten Willens, dazu gehört auch der Kämmerer, an Konzepten der Zukunft
zu arbeiten. Das geht offenkundig nicht ohne Zumutungen.
Die CDU/FDP Bundesregierung arbeitet gerade daran, dieses
Zukunftsprojekt nach Kräften durch weitere Mindereinnahmen der Städte zu
bekämpfen.
Bernhard Osterwind
Vorsitzender der BmU e.V.
Anlage: Presseerklärung der CDU vom 31.12.09
http://www.cdu-erkrath.de/aktuelles/2009/presse31-12-09.html
Das neue Jahr fängt in Erkrath nicht gut an!
2010 wird für die Stadt Erkrath und dessen
Bürgerinnen und Bürger kein leichtes Jahr. Aufgrund der Auswirklungen
der großen Finanzkrise sind wertvolle Steuereinnahmen weggebrochen, so
dass in den kommenden Wochen und Monaten mit Augenmaß gewirtschaftet
werden muss.
Dies bedeutet für die CDU Fraktion Erkrath allerdings nicht, dass sie
die Vorschläge des Kämmerers und der neuen Mehrheit aus SPD, Grüne und
BmU unterstützen wird.
„Es ist eine bodenlose Frechheit sich in der Öffentlichkeit für mehr
Bildungschancen auszusprechen und nun die Sanierung unserer Schulen
komplett streichen zu wollen. Bildung ist unsere Zukunft und Bildung
kann nur dann gewährleistet werden, wenn die Infrastruktur stimmt.
Marode Schulgebäude, Toiletten, auf die sich die Schüler nicht mehr
trauen, Lehrerzimmer in schlechten Zuständen... diese Liste lässt sich
endlos fortsetzen. Wer jetzt an der Sanierung der Schulen spart, muss
spätestens in fünf Jahren die komplette Zeche zahlen, wenn es dann
heißt: Abriss und Neubau.“, so Marc Hildebrand, schulpolitischer
Sprecher der CDU Ratsfraktion.
Im Januar wird sich die CDU Ratsfraktion im Rahmen einer Klausurtagung
mit dem Haushalt intensiv auseinander setzen und selbst Ideen für
Sparmöglichkeiten entwickeln. „Bildung gehört auf keinen Fall auf die
Streichliste.“, so Hildebrand weiter.
Auch machen die Christdemokraten auf viele Gebührenerhöhungen
aufmerksam, welche SPD, Grüne und BmU noch schnell gegen die Stimmen von
CDU und FDP in der letzten Ratssitzung beschlossen haben.
So hat die neue Mehrheit die Gebühren für die Städtische
Jugendmusikschule erhöht. Ein völlig falsches Zeichen in Zeiten der
Finanzkrise, wo Eltern ganz genau überlegen, für was sie Geld ausgeben
werden oder nicht. „Wir befürchten aufgrund der Gebührenerhöhung einen
Einbruch bei den Anmeldezahlen bzw. einige Abmeldungen vom
Musikunterricht. Es ist wirklich bedauerlich, wie die neue Mehrheit mit
Eltern und musisch interessierten Kindern umgeht. Hier wird die
Kostenschraube an der völlig falschen Stelle angesetzt.“, ärgert sich
Marc Hildebrand
Auch in Sachen Bürgerhaus und Stadthalle wurden die Gebühren teilweise
kräftig erhöht. Zusätzlich haben SPD, Grüne und BmU starke Veränderungen
in den Benutzungskategorien vorgenommen.
Dies bedeutet, dass nun örtliche Veranstaltungen, die sich durch
Einnahmen finanzieren bzw. die Gewinne zugunsten Erkrather Vereine und
Organisationen erwirtschaften mit Erotikmessen und ähnlichen
Veranstaltungen gleichgesetzt werden. Sie alle fallen nämlich nun unter
die Kategorie I.
„Wir haben die neue Mehrheit eindringlich in der Ratssitzung darauf
aufmerksam gemacht, dass nun die Handwerkermesse des Handwerkerkreises
Erkrath, die Kunsthandwerkermärkte, die Skibörsen, die Seniorenmesse und
viele Veranstaltungen mehr nun unter den höchsten Gebührensatz fallen
werden. Teilweise sprechen wir von Erhöhungen von über 200%. Es ist
einfach nur erbärmlich: Da sollen mehrere hunderttausend Euro für
Kreisverkehre, Verkehrsschilder, Verkehrsberuhigungen usw. ausgegeben
werden und Erkrather Bürgerinnen und Bürger, die das örtliche Stadtleben
beleben und bunter gestalten wollen, haben das Nachsehen und müssen nun
sehr tief in die Tasche greifen.“, führt Marc Hildebrand weiter aus.
Die CDU Fraktion wird die weiteren Aktionen und das weitere Vorgehen von
SPD, Grüne und BmU sehr kritisch beobachten und alle Möglichkeiten
ausschöpfen um weitere dilettantische Fehler zu verhindern; notfalls mit
entsprechenden Bürgerbegehren.
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