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Umgestaltung des Hochdahler Marktes 2008 gegen Bürgerwillen |
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Umgestaltung des Hochdahler Marktes gegen Bürgerwillen Der Hochdahler Markt existiert im ersten Bauabschnitt seit ca. 30 Jahren (vgl. BmU Diskussionspapier zur Erkrather Rathauspolitik: „30 Jahre Hochdahler Markt“). Gestalterisch war das Natursteinpflaster für den Hochdahler Markt prägend. Die ersten Anträge auf Bereitstellung von Mitteln zur Reparatur des Pflasters der BmU wurden von den Parteien abgelehnt. An den 2009 zu realisierenden Ausbauplänen kritisiert die BmU die Höhe der Kosten, die Missachtung des Bürgerwillens und gestalterische Aspekte. Im Dezember 2008 hat Bernhard Osterwind im Hauptausschuss des Stadtrates versucht, die Höhe der Kosten noch einmal zur Diskussion zu stellen. Man solle mit der Auftragsvergabe warten, bis die Konsequenzen aus der Finanzkrise und die Möglichkeiten der Konjunkturprogramme geklärt sind. Das Ansinnen wurde auch von Detlef Ehlert (SPD) zurückgewiesen. Nun soll der Hochdahler Markt 1. Bauabschnitt in seiner Oberfläche komplett neu gestaltet werden, alle Bäume werden gefällt und die Stadt hat – mit wenigen Abstrichen - den Entwurf II des Büros Angenvoort und Barth zur Realisierung vorgesehen. Es kostet ca. 1,3 Mio €. Wesentliche Entscheidungen fielen in der Ratssitzung am 24.06.2008 durch die CDU-Mehrheit im Rat der Stadt. In der Hauptausschusssitzung am 26.08.2008 hat die CDU einen Bürgerantrag für den Erhalt der gesunden Bäume und die Prüfung der Sanierungsmöglichkeiten des Hochdahler Marktes rüde abgelehnt. Rückblick
Schon seit langem stand das Pflaster auf
dem Hochdahler Markt in der Kritik, da es Ursache vieler Stürze mit z.T.
erheblichen Verletzungen war. Die Ursache war vieldiskutiert aber nie
wirklich belegt: Mal war die falsche Qualität der Pflaster schuld, mal
die Verlegung durch zu breite Fugen, mal die maschinelle Reinigung durch
Maschinen, die man durch das Fegen von Hand ersetzen wollte, mal die
Marktbeschicker oder andere Veranstalter, die in früheren Jahren auch
mal Steine aus dem Verbund lösten, um ihre Vordächer besser im Boden
verankern zu können. Die Liste der Beschwerden war lang. Beratungen
Am 25.01.2005 hat die CDU im Ausschuss
für Planung, Umwelt und Verkehr die Einrichtung einer Haushaltsstelle
„Sanierung Hochdahler Markt“ in Höhe von 60.000,00 €
beantragt und dazu folgenden Antrag gestellt: Bei den folgenden Beratungen spricht sich die BmU für ein anderes Planungsbüro, welches grundsätzlich den Charakter des Marktes nach den ursprünglichen Gestaltungsideen erhalten will, aus. Die CDU spricht sich dagegen für das Büro Angenvoort + Barth aus, dessen Vorschläge in eine Bürgeranhörung gehen. In der Bürgeranhörung werden erhebliche Änderungswünsche und zum Teil auch deutliche Ablehnung der Umgestaltungspläne deutlich. Immer wieder in der Kritik: Die finanziell erhebliche Beteiligung der Bürger an den knapp 1,3 Millionene € (ohne MWSt.) geschätzten Sanierungskosten, die technische Abnahme der lt. Stadt minderwertigen Pflastersteine durch die Stadt vor 30 Jahren, bisher mangelhafte Pflege durch die Stadt und die vorgesehene Fällung der Bäume. Empörte Bürger kündigen an, juristisch gegen ihre finanzielle Beteiligung vorzugehen. Der folgende Antrag wurde in der Ratssitzung am 24.6.08 von der CDU abgelehnt:
Ziel
der Fraktionen BmU, SPD und B’90/DieGrünen ist die Sanierung und
Attraktivierung des Hochdahler Marktes unter Beibehaltung des
derzeitigen, gelungenen städtebaulichen Charakters bei angemessenen
finanziellen Belastungen für die Stadt. Über (Purzel-) Bäume am Hochdahler Markt
Am Samstag, 12.07. ist um ca. 10:30 Uhr
ein Baum auf dem Hochdahler Markt, zweiter Bauabschnitt, bei nur sehr
mäßigem Wind umgefallen. Der Baum verkeilte sich zum großen Glück im
Sturz an der Fassade des "Hauses der Kirchen" und wurde glücklicher
Weise so aufgefangen, dass er nicht in ganzer Länge in die Fußgängerzone
schlug. Passanten sind nur durch Zufall unverletzt geblieben. Die BmU
hatte zu diesem Zeitpunkt einen Informationsstand aufgebaut. Eine
Besucherin dieses Standes befand sich 1-2 m vor dem gerade umstürzenden
Baum. Osterwind hat einen Katalog von Fragen dazu vorgelegt. Der Sprecher der zuständigen Fachverwaltung im Rathaus, Tiefbauamtsleiter Klaus Peter Heffungs erklärt lt. WZ vom 15.Juli 08 wörtlich: „Am 17. Juni hat Osterwind den Antrag im Planungsausschuss gestellt, alle Bäume auf dem Markt zu erhalten.“ Jetzt, nach dem Unfall, habe er flugs seine Meinung gewendet. – So die WZ am 15.Juli08. Und die WZ setzt im Kommentar nach: „Solches Verhalten heißt Populismus und ist ein Grund für Politikmüdigkeit bei Bürgern“. Schaut man ins vorläufige (die endgültige Niederschrift liegt noch nicht vor) Protokoll der Sitzung vom 17.Juni, so liest man in Sitzungsvorlage Nr.: 71/2008 2. Ergänzung: „AM Osterwind stellt folgenden Antrag: Die Bäume werden erhalten. Sind sie aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht zu fällen, so sind größere Baumscheiben zu prüfen.“ Der Antrag wird einstimmig angenommen. Entgegen der Behauptung der Stadtverwaltung hat Bernhard Osterwind also die Fällung der Gefahrbäume als selbstverständlich unterstellt. Trotz Aufforderung durch Osterwind, wird die falsche Behauptung aus dem Rathaus nicht richtig gestellt. In der darauf folgenden Woche werden zu nächst vier weitere Bäume gefällt, danach noch mehr. Während im Fachausschuss am 16.Juni niemand für die Fällung auch gesunder Bäume eintrat, kam die Wende in der Ratssitzung. Der Stadtrates hat am 24.06.08 mit seiner CDU Mehrheit die Fällung ausnahmslos aller Bäume auf dem Hochdahler Markt gegen die Stimmen von SPD, BmU und Grünen beschlossen. Begründung: Mehr als 50% seien krank. Gar nicht erst geprüft wurde, ob nicht ein Teil der Bäume, die unter 100 % Standsicherheit haben, durch eine Kronenentlastung einfach und kostengünstig gerettet werden könnten. Nicht laut gesagt wird, dass die Bäume dem Ursprungskonzept der Neugestaltung des Hochdahler Marktes, wie sie die CDU-Mehrheit will, im Weg stehen. Die rasche Entscheidung vor den Sommerferien sei notwendig: Man wolle den Hochdahler Markt bis Weihnachten neu gepflastert haben. Nach den Ferien war von diesem Ziel nicht mehr die rede. Nun soll der Hochdahler Markt rechtzeitig zur Kommunalwahl im Juni 2009 fertig werden. Die Rechnung für die Anlieger kommt dann später. Sowohl im Planungsausschuss am 17.06. wie in der Ratssitzung am 24.06. legt die Stadtverwaltung den Politikern das Baumgutachten trotz deren Bitte nicht vor. Dies erreicht die Fraktionen erst, nachdem der Baum in der Fußgängerzone am 12.07. umgestürzt ist und die BmU am 18.7. anfragt, warum das Gutachten immer noch nicht vorgelegt war. In diesem Gutachten, das vom 24.06. datiert und auf Messungen vom 11.6. beruht, wird die Standsicherheit des umgestürzten Baumes als „dramatisch schlechter als die rechnerische Grundsicherheit“ bezeichnet. Diese „dramatisch“ schlechte Bewertung hat außer diesem Baum noch ein weiterer Baum (Nr. 33) bekommen. Ein weiterer Baum bekam das Prädikat: deutlich schlechter, 13 Bäume schwächer, ein Baum leicht schwächer, einer entsprach der rechnerischen Grundsicherheit im Hinblick auf die Standsicherheit, 8 Bäume waren besser und 5 waren deutlich besser. Die Bruchsicherheit der Bäume zeigte im Schnitt etwas bessere Ergebnisse. Auch bei zahlreichen Bürgerkontakten danach stellte die BmU fest, dass der ganz überwiegende Teil der Bürgerschaft die Bäume, die man erhalten kann, auch erhalten wissen wollen. Das ist auch die Meinung der Unabhängigen Wählergemeinschaft BmU.
Gepflanzt wurden die Bäume am Hochdahler
Markt am 20.11.1978. |
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