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zuletzt aktualisiert am:
03.06.2010

 

 

BmU kritisiert Preiserhöhung des VRR

 


BmU
kritisiert Preiserhöhung des VRR
 

Der VRR hat erst im Sommer 2008 die Preise um durchschnittlich 5,5 % erhöht, eine Preiserhöhung für 2009 soll nun am 10.12.08 beschlossen werden.

Für die Erkrather unabhängige Wählergemeinschaft BmU  erklärt Bernhard Osterwind, Kreistagsabgeordneter im ÖPNV-Fachausschuss des Kreistages, dass das Missverhältnis zwischen den Zahlungen von Bahnkunden und Städten einerseits und andererseits der ungenügenden Transportleistung der DB-Regio insbesondere auf den S-Bahnen im Kreis Mettmann immer größer wird.  

Als vor einem Jahr der VRR der DB-Regio, auch nach einem Antrag der UWG-ME im Fachausschuss des Kreises wegen der Transportmängel kündigte, wähnte man die DB auf einem absoluten Tiefststand an Transportleistungen.

Heute weiß man, es geht noch schlechter. 

Das Zugmaterial der DB auf den S-Bahnlinien im Kreis sei in einem „erbärmlichen Zustand“ so Osterwind. Dem helfen auch die wenigen neuen Zuggarnituren ET 422  nicht ab. 

Mehr Geld bei abgrundschlechter Leistung, das passt nicht zusammen, meint Osterwind. 

Als Beleg führt er die Odyssee einer Kundin am 24.11.08 an.  

Um 09:36 begann die Fahrt der S 8 ab S-Millrath  in Erkrath erfreulich pünktlich. Wegen eines „technischen Defektes“ hielt die Bahn aber in Gerresheim und entließ alle Fahrgäste. Diese mussten in einer nachfolgenden Bahn den Weg fortsetzen und verpassten ihre Anschlussverbindungen. 

Um 14:24 hörte die Kundin auf der Rückfahrt am Bahnhof D.dorf- Bilk Rtg Erkrath die Durchsage, dass die Bahnen von Neuss nach D.dorf nicht verkehren können. Eine Begründung wurde nicht genannt und die voraussichtliche Dauer der Störung auch nicht. Keine Bahn passierte den Bahnhof. Die teuren Anzeigetafeln, die digital Verspätungen anzeigen können, blieben eine Auskunft schuldig. Ein Schienenersatzverkehr, der eigentlich spätestens eine Stunde nach Störungsbeginn bereitgestellt werden muss, fehlte ebenfalls.
Trotz dieser Störung konnte eine S 28  14:44 aus Richtung Kaarst vom Hauptbahnhof ihren Weg Richtung Mettmann finden. Immerhin waren die Fahrgäste nach Hochdahl-Millrath auf diesem Weg bis Erkrath-Nord gekommen. Dort fehlt aber als Versäumnis der Nahverkehrsplanung der Stadt Erkrath jede Busanbindung. So muss man sich bei winterkaltem Wetter ab hier zu Fuß vom Stadtrand zur Innenstadt bemühen, um einen Bus nach Millrath zu finden. 

Die Kundin, die das alles hinter sich gebracht hat, und nach 105 Minuten Fahrzeit für eine Strecke, die eigentlich 17 min. dauert, Fernsehen sah, konnte dann der WDR Lokalzeit entnehmen, dass eine Lok mit brennendem Triebfahrzeug auf der Strecke liegen geblieben sei.  
Berichte dieser Art sind in den letzten Monaten überall im Kreis zu hören. S6, S7, S8 überall Störmeldungen die weit über das witterungsbedingte Maß hinausgehen.
Schon lange ist bekannt, dass die DB überaltertes, ungeeignetes und nicht ausreichend instand gesetztes Material einsetzt. Mit der Modernisierung des Fahrzeugparks sei die DB weit hinter ihren Versprechungen zurückgeblieben. Außerdem blockiere die DB durch überhöhte Preisvorstellungen eine Reform des Liniennetzes, welche eine bessere Pünktlichkeit garantiere. Die Pläne liegen seit über einem Jahr auf dem Tisch, sind sogar preiswerter und effizienter, – trotzdem geschieht nichts.

Der volkswirtschaftliche Schaden für Betriebe, die Ausfälle an Ausbildungszeiten sind hoch einzuschätzen. Ganz zu schweigen von dem Verlust an Beförderungsqualität. In ein Land, das sich aus der Rezession herausarbeiten muss, passt kein marodes Nahverkehrssystem. 

Osterwind: „Wenn der VRR bei Neuausschreibung der Strecke  nach jahrelangem Missmanagement bei gleichzeitig hohen Gewinnen für die DB im Nahverkehr in Zukunft wieder diese Strecken an die DB vergeben sollte, kann er kein Verständnis erwarten. Dafür ist der Leidensdruck der Fahrgäste seit Jahren zu hoch. Keine Firma, die schlecht arbeitet und dabei nur hohe Gewinne für einen öffentlichen Auftrag einstreicht, wird von einer kostenbewussten Kommune erneut beauftragt. Die DB-Regio hat jeden Kredit verspielt. Der VRR ist aufgerufen, sofort zu handeln und die Strecken neu auszuschreiben. Wenn der VRR nicht dazu in der Lage sei, muss der Verkehrsminister einschreiten.  

Nach Neubesetzung der Linien mit leistungsfähigen Verkehrsunternehmen regt die UWG-ME die eigene Kontrolle der Transportqualität durch den Kreis Mettmann als Aufgabenträger an. Es kann nicht sein, dass man akzeptiert, dass die DB ihre Pünktlichkeit selber misst. Das ist so, als ob das Bildungssystem dadurch reformiert wird, dass sich alle Schüler ab sofort das Zeugnis selber schreiben und man mit dem so erzielten Leistungsstand zufrieden ist.

08.12.08 

Bernhard Osterwind