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BmU kritisiert Preiserhöhung des VRR |
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Der VRR hat erst im Sommer 2008 die Preise um durchschnittlich 5,5 % erhöht, eine Preiserhöhung für 2009 soll nun am 10.12.08 beschlossen werden. Für die Erkrather unabhängige Wählergemeinschaft BmU erklärt Bernhard Osterwind, Kreistagsabgeordneter im ÖPNV-Fachausschuss des Kreistages, dass das Missverhältnis zwischen den Zahlungen von Bahnkunden und Städten einerseits und andererseits der ungenügenden Transportleistung der DB-Regio insbesondere auf den S-Bahnen im Kreis Mettmann immer größer wird. Als vor einem Jahr der VRR der DB-Regio, auch nach einem Antrag der UWG-ME im Fachausschuss des Kreises wegen der Transportmängel kündigte, wähnte man die DB auf einem absoluten Tiefststand an Transportleistungen. Heute weiß man, es geht noch schlechter. Das Zugmaterial der DB auf den S-Bahnlinien im Kreis sei in einem „erbärmlichen Zustand“ so Osterwind. Dem helfen auch die wenigen neuen Zuggarnituren ET 422 nicht ab. Mehr Geld bei abgrundschlechter Leistung, das passt nicht zusammen, meint Osterwind. Als Beleg führt er die Odyssee einer Kundin am 24.11.08 an. Um 09:36 begann die Fahrt der S 8 ab S-Millrath in Erkrath erfreulich pünktlich. Wegen eines „technischen Defektes“ hielt die Bahn aber in Gerresheim und entließ alle Fahrgäste. Diese mussten in einer nachfolgenden Bahn den Weg fortsetzen und verpassten ihre Anschlussverbindungen. Um 14:24 hörte
die Kundin auf der Rückfahrt am Bahnhof D.dorf- Bilk Rtg Erkrath die
Durchsage, dass die Bahnen von Neuss nach D.dorf nicht verkehren können.
Eine Begründung wurde nicht genannt und die voraussichtliche Dauer der
Störung auch nicht. Keine Bahn passierte den Bahnhof. Die teuren
Anzeigetafeln, die digital Verspätungen anzeigen können, blieben eine
Auskunft schuldig. Ein Schienenersatzverkehr, der eigentlich spätestens
eine Stunde nach Störungsbeginn bereitgestellt werden muss, fehlte
ebenfalls. Die Kundin, die
das alles hinter sich gebracht hat, und nach 105 Minuten Fahrzeit für
eine Strecke, die eigentlich 17 min. dauert, Fernsehen sah, konnte dann
der WDR Lokalzeit entnehmen, dass eine Lok mit brennendem Triebfahrzeug
auf der Strecke liegen geblieben sei. Der volkswirtschaftliche Schaden für Betriebe, die Ausfälle an Ausbildungszeiten sind hoch einzuschätzen. Ganz zu schweigen von dem Verlust an Beförderungsqualität. In ein Land, das sich aus der Rezession herausarbeiten muss, passt kein marodes Nahverkehrssystem. Osterwind: „Wenn der VRR bei Neuausschreibung der Strecke nach jahrelangem Missmanagement bei gleichzeitig hohen Gewinnen für die DB im Nahverkehr in Zukunft wieder diese Strecken an die DB vergeben sollte, kann er kein Verständnis erwarten. Dafür ist der Leidensdruck der Fahrgäste seit Jahren zu hoch. Keine Firma, die schlecht arbeitet und dabei nur hohe Gewinne für einen öffentlichen Auftrag einstreicht, wird von einer kostenbewussten Kommune erneut beauftragt. Die DB-Regio hat jeden Kredit verspielt. Der VRR ist aufgerufen, sofort zu handeln und die Strecken neu auszuschreiben. Wenn der VRR nicht dazu in der Lage sei, muss der Verkehrsminister einschreiten. Nach Neubesetzung der Linien mit leistungsfähigen Verkehrsunternehmen regt die UWG-ME die eigene Kontrolle der Transportqualität durch den Kreis Mettmann als Aufgabenträger an. Es kann nicht sein, dass man akzeptiert, dass die DB ihre Pünktlichkeit selber misst. Das ist so, als ob das Bildungssystem dadurch reformiert wird, dass sich alle Schüler ab sofort das Zeugnis selber schreiben und man mit dem so erzielten Leistungsstand zufrieden ist. 08.12.08 Bernhard Osterwind |
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