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Notfallversorgung angesichts der Krankenhausschließungen in Gefahr - BmU schlägt eine Resolution vor

Selbst wenn das Hildener Krankenhaus gerettet werden kann, ist die gleichzeitige Schließung der Krankenhäuserr in Haan und Ohligs für die Notfall- und Krankenhausversorgung von Erkrather Bürgerinnen und Bürger ein schwerer Schlag.
Auch die BmU hatte sich mit einer (mittlerweile beendeten) Unterschriftensammlung gegen die Schließungen an das NRW-Gesundheitsministerium gewandt.

Grundsätzlich haben die Schließungen auch massive Auswirkungen auf den Rettungsdienst, daher hat die BmU einen Tagesordnungspunkt diesbezüglich beantragt und schlägt die folgende Resolution vor. Sie ist offen für Ergänzungen:

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An den Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen,
Herrn
Karl-Josef Laumann

Sehr geehrter Herr Minister Laumann,

der Rat der Stadt Erkrath bittet Sie um Transparenz und Aufrechterhaltung der Notfallversorgung nach Qualität und Quantität.

Aus den Medien haben wir die Schließung der Krankenhäuser in Solingen-Ohligs (incl Stroke unit) ab dem 1.12. und des Krankenhauses Haan zum 21.12. zur Kenntnis genommen, das Schicksal des Hildener Krankenhauses ist "Verhandlungssache" Dritter.

Alle drei Krankenhäuser versorgten die Patientinnen und Patienten aus Erkrath. Insgesamt waren diese drei Krankenhäuser lt. Auskunft des bisherigen Trägers K+ Ziel von ca. 20.000 Rettungsfahrten pro Jahr. Das können umliegende Häuser wohl kaum "aus dem Stand" kompensieren.

Strukturen ohne Transparenz erzeugen kein Vertrauen.

Vertrauen ist im Notfall die notwendigste Stütze eines Patienten.

Daher bitten wir dringend um Information, wie Umfang und Qualität der Notfallversorgung in Erkrath ab Dezember gewährleistet sind.

Wenn die private Versorgung versagt, muss die staatliche Verantwortung durch ausreichende Finanzierung der Krankenhäuser und Rettungsdienste einspringen.

Wir fürchten, dass die nahezu übergangslose Beendigung von zwei Krankenhäusern und die in Frage stehende Leistungsfähigkeit eines insolventen Krankenhauses in den nächsten Monaten vermeidbares Leid, u.U. Todesopfer, auch von Bürgerinnen oder Bürgern aus Erkrath, für welche wir hier sprechen, fordert.

Ein schnell erreichbares Krankenhaus mit stroke unit und der ebenfalls wichtigen Neurologie ist für manche Patientinnen und Patienten unserer Region überlebensnotwendig und rettet Leben. Monate- oder jahrelange Wartezeit auf eine ortsnahe Versorgung können wir nicht akzeptieren.

Notfälle lassen sich nicht auf bessere Zeiten verschieben.

Bei Herzinfarkt, Schlaganfall, bedrohlichen Blutungen zählt jede Minute.

Rd. 500.000 Einwohner leben im Kreis Mettmann. Durch seine zentrale Lage zwischen den rheinischen Großstädten Düsseldorf und Köln sowie dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Städtedreieck ist der Kreis Mettmann ein bedeutsamer Wirtschaftsstandort und ein beliebtes Naherholungsgebiet. Als Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr gehört der Kreis zu einem Verdichtungsraum mit über zehn Millionen Einwohnern und eines der am dichtesten befahrenen Autobahnkreuze liegt im Versorgungsgebiet.

Nach unserer Meinung sollte aus gegebenem Anlass der Notfallversorgung mehr Aufmerksamkeit, mindestens die notwendige Transparenz zukommen und der Handlungsspielraum vom Land NRW, das die Trägerschaft mehrerer Kliniken hat, muss voll ausgeschöpft werden.